Eckernförder Bucht · Schleswig-Holstein

Wir geben Seegras wieder Raum.

Die DLRG Schleswig-Holstein verbindet maritime Einsatzkompetenz mit praktischem Meeresschutz – wissenschaftlich begleitet, langfristig dokumentiert und offen für Menschen im und am Wasser.

Dichte Seegraswiese der Art Zostera marina unter Wasser Foto: Olivier Dugornay / Ifremer · CC BY 4.0
4 ElementeRenaturierung · Monitoring
Qualifizierung · Umweltbildung

Meeresschutz mit den Fähigkeiten der Wasserrettung

Seegraswiesen sind wertvolle Lebensräume der Ostsee. Sie stabilisieren den Meeresboden, reduzieren Sedimentaufwirbelungen, bieten Rückzugsräume und können Kohlenstoff langfristig im Sediment speichern.

Der DLRG Landesverband Schleswig-Holstein bringt dafür Taucherinnen und Taucher, Boote, Logistik, Sicherheitsstrukturen und Ausbildungskompetenz zusammen. Wissenschaftlicher Partner ist das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

01

Lebensraum

Schutz und Kinderstube für zahlreiche Arten der Ostsee.

02

Stabilität

Wurzeln und Rhizome festigen den Meeresboden.

03

Wasserqualität

Dichte Bestände reduzieren aufgewirbeltes Sediment.

04

Klimawirkung

Kohlenstoff kann langfristig im Sediment gebunden werden.

Die Buhne trennt Entnahme und Anpflanzung.

Das Untersuchungs- und Maßnahmengebiet erstreckt sich unmittelbar vor der DLRG-Hauptwache in Eckernförde. Die Buhne bildet die klare räumliche Orientierung: Nördlich davon liegt das Entnahmegebiet, südlich davon die Anpflanzfläche.

LageVor der DLRG-Hauptwache

Das Gebiet liegt direkt vor der DLRG-Hauptwache in der inneren Eckernförder Bucht. Die Hauptwache ist die logistische Basis an Land.

Nördlich der BuhneEntnahmegebiet

Der fachlich bestätigte Seegrasbestand nördlich der Buhne dient als Fläche für die schonende Entnahme.

Südlich der BuhneAnpflanzfläche

Die geeigneten freien Sedimentbereiche südlich der Buhne bilden die Fläche für die Wiederansiedlung.

Sondierung und Monitoring räumlich nachvollziehen

Die Karte zeigt unter anderem Monitoring-Daten, Mikrosondierung Nord und Süd, Transekten, die 2-m- und 5-m-Tiefenlinie, „Datum A“ sowie die GEOMAR-Fläche. Einzelne Ebenen können in der Kartenansicht ein- und ausgeblendet werden.

Was ist QGIS? QGIS ist ein freies Geoinformationssystem, mit dem räumliche Daten erfasst, ausgewertet und in Karten dargestellt werden. Im Seegrasprojekt dokumentieren wir damit Messpunkte, Transekten, Tiefenlinien sowie das bestätigte Entnahmegebiet und die Anpflanzfläche. Über QGIS Cloud wird die Projektkarte im Internet zugänglich.

Fachlich bestätigt und naturschutzfachlich zugestimmt: Die Untersuchungsdaten bestätigen das Entnahmegebiet nördlich der Buhne und die Anpflanzfläche südlich der Buhne. Das MEKUN hat den Renaturierungsmaßnahmen 2026 aus natur- und artenschutzrechtlicher Sicht grundsätzlich zugestimmt.

Taucher erfasst Seegras innerhalb eines Messrahmens
Nördlich der BuhneFachlich bestätigt

Entnahmegebiet

Der Seegrasbestand nördlich der Buhne hat sich auf Basis der Sondierungsdaten fachlich als Entnahmegebiet erwiesen. Die Entnahme erfolgt schonend und unter besonderem Schutz des bestehenden Bestands.

  • geeigneter bestehender Seegrasbestand
  • fachlich als Entnahmegebiet bestätigt
  • Schutz des Bestands hat Vorrang
Freie Sandfläche mit einzelnen Seegrastrieben unter Wasser
Südlich der BuhneAnforderungen erfüllt

Anpflanzfläche

Die Fläche südlich der Buhne erfüllt die fachlichen Anforderungen an eine Anpflanzfläche. Freie Sedimentbereiche und die bewerteten Standortbedingungen ermöglichen die geplante Wiederansiedlung.

  • geeignete freie Sedimentbereiche
  • als Anpflanzfläche bestätigt
  • Monitoring von Beginn an

Fotos: Andrea Pfaff und Hauke von Essen

Sieben Schritte, ein nachvollziehbarer Weg

  1. 01

    Standortsuche

    Suchgebiete räumlich eingrenzen und vorhandene Daten zusammenführen.

  2. 02

    Makrosondierung

    Seegrasverteilung entlang paralleler Bahnen mit Video und Tracking erfassen.

  3. 03

    Mikrosondierung

    Transekten und Messpunkte zu Bestand, Sediment und Umweltbedingungen auswerten.

  4. 04

    Flächenauswahl

    Spender- und Pflanzflächen gemeinsam mit GEOMAR fachlich bewerten.

  5. 05

    Genehmigungen

    Naturschutz- und wasserstraßenrechtliche Voraussetzungen vollständig klären.

  6. 06

    Wiederansiedlung

    Geeignetes Pflanzenmaterial schonend entnehmen und auf Zielbereiche ausbringen.

  7. 07

    Monitoring

    Entwicklung mit Messdaten, GIS, Fotos und Videos langfristig dokumentieren.

Jeder Einsatz bleibt nachvollziehbar.

Datum, GPS-Position, Beteiligte, Methode, Umweltbedingungen, Messwerte und Folgeaktionen werden strukturiert festgehalten. QGIS bildet die gemeinsame räumliche Grundlage.

2–4 mtypische Arbeitstiefe
2untersuchte Mikro-Transekten
GPS + GISräumliche Dokumentation
Foto + Videovisuelles Monitoring

Mitmachen beginnt nicht erst unter Wasser.

Das Qualifizierungsangebot richtet sich ausdrücklich auch an Menschen ohne Tauchqualifikation. Dokumentation, Logistik, Datenerfassung, Umweltbildung und Unterstützung an Land oder auf Booten sind fester Bestandteil des Projekts.

BiologieÖkologiePflanzmethodenMonitoringGIS & GPSArbeitssicherheitNaturschutzQualitätssicherung
Messmittel, Schreibtafel, Werkzeuge und Transportbeutel für die praktische Seegrasarbeit
Ausrüstung für Sondierung, Dokumentation und praktische Renaturierungsarbeit.Foto: Andrea Pfaff und Hauke von Essen

Von der Idee in die Umsetzung

Makro- und Mikrosondierung

Nord- und Südflächen untersucht; zwei Mikro-Transekten räumlich ausgewertet.

Öffentlicher Projektstart

Kommunikation unter dem Leitmotiv „Seegras für morgen“ gestartet.

Zustimmung zur Durchführung der Maßnahme

Das MEKUN sieht keine natur- oder artenschutzrechtlichen Bedenken und stimmt den Renaturierungsmaßnahmen 2026 grundsätzlich zu. Eine naturschutzrechtliche Genehmigung oder Befreiung vom gesetzlichen Biotopschutz ist nicht erforderlich. Genehmigungen nach anderen Vorschriften bleiben davon unberührt.

Kurs nicht durchgeführt

Der Termin fand wegen der damals noch ungeklärten Gebührenfrage des WSA nicht statt.

Keine Gebühren

Der Bundesminister für Verkehr hat entschieden: Das Projekt liegt im Interesse der Bundesrepublik Deutschland. Gebühren fallen nicht an.

Seegrasgärtner:in in Eckernförde

Vorgesehener nächster Qualifizierungstermin im DLRG-Landeszentrum/Gästehaus.

Renaturierung beginnt mit Verantwortung.

Bestehende Wiesen zuerstDer Schutz vorhandener Seegrasbestände hat Vorrang.

Wissenschaftlich arbeitenMethoden und Flächen werden mit GEOMAR abgestimmt.

Sicher handelnDie Sicherheit aller Beteiligten – besonders unter Wasser – steht an erster Stelle.

Langfristig lernenJede Maßnahme schafft Daten, Erfahrung und dauerhaften Bildungswert.

Gemeinsam für die Eckernförder Bucht

Projektleitung

Hauke von Essen

DLRG Landesverband Schleswig-Holstein

Co-Initiatorin

Andrea Pfaff

Projektentwicklung und Umsetzung

Wissenschaft

GEOMAR

Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Projektteam

Weitere Teammitglieder

Kaya · Kathrin · Julia · Flo

Fragen zum Projekt?

Projektleiter Hauke von Essen beantwortet Anfragen zur Seegrasrenaturierung, zu Kooperationen und zur Mitarbeit.

hauke.von-essen@dlrg.org

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